Call for Lectures

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Durch die stetig dichter werdende Vernetzung unserer Gesellschaft war es noch nie so leicht wie heute, eine freies Softwareprojekt zu starten. Entwicklungswerkzeuge, Versionsverwaltung, Hosting-Plattformen, Wikis, Bugtracker, Foren zum Austausch von Expertenwissen und viele weitere Hilfsmittel stehen ohne große Hürden zur Verfügung. Als 1999 der erste Chemnitzer Linux-Tag stattfand, war die Situation noch eine andere:

  • Software wurde auf CD-ROM ausgeliefert. Ein Internetzugang war teuer und praktisch nur Experten vorbehalten.
  • Regelmäßige Updates waren die Ausnahme. Software wurde mit dem Update einer Distribution erneuert.
  • Man hatte nur die Dokumentation zur Verfügung, die einem Softwarepaket beilag.
  • Wer selbst Software veröffentlichen wollte, kam meist nicht umhin, einen eigenen Webserver auf eigene Kosten zu betreiben.

Dennoch ist der Erfolg eines Open-Source-Projekts heutzutage kein Selbstverständlichkeit: kürzere Release-Zyklen führen u. U. zu Kompatibilitätsproblemen, eine größere Entwicklergemeinde muss sich selbst organisieren und darf nicht an zwischenmenschlichen Problemen scheitern. Projekte, die schnell entstehen, werden mitunter genau so plötzlich nicht mehr weiterentwickelt und veralten.

Das Motto „Jeder fängt mal an.“ soll daher den Werdegang von freien Softwareprojekten in den Mittelpunkt stellen. Aus diesem Grund rufen wir zur Einreichung von Beiträgen auf, die sich insbesondere mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Wie trage ich zu einem bestehenden Softwareprojekt bei? Wie reiche ich einen Patch ein und was passiert dann i. d. R. hinter den Kulissen des Projekts?
  • Was sollte ich bei der Gründung eines neuen Softwarepojekts beachten? Welche Hilfsmittel sollte ich kennen, bevor ich loslege?
  • Was muss ich tun, damit mein Projekt in eine Linux-Distribution aufgenommen wird? Was wird dann hinsichtlich der Projektpflege von mir erwartet?
  • Wie funktioniert die Organisation einer größeren Entwicklergemeinde? Welche Hierarchien haben sich als praktikabel erwiesen und wie delegiere ich Verantwortungen? Wie können Meinungsverschiedenheiten im Team gelöst werden, ohne das Projekt zu gefährden?
  • Welchen Zeitaufwand bedeutet die Pflege eines Open-Source-Projekts?
  • Praktische Erfahrungen aus der Softwareentwicklung. Habe ich am Ende das erreicht, was ich mir vorgestellt hatte? Wo lauerten unerwartete Problem? Was wäre ich im Nachgang anders angegangen?

Neben den bisher genannten Schwerpunkten stehen auch grundlegende Themen rund um GNU/Linux und freie Software im Fokus der 20. Chemnitzer Linux-Tage:

  • Vermittlung von Linux-Kenntnissen an Ein- und Umsteiger
  • Grundlegende Funktionsprinzipien von Linux-Systemen
  • Einsatz von Linux in der Lehre
  • Nutzen von Hardware-Bastel-Projekten als Einstiegsmöglichkeit in Linux
  • IT-Sicherheit
  • Netzwerk- und Speicher-Infrastrukturen

Um das Programm der Vorträge und Workshops möglichst vielfältig zu gestalten, werden Einreichungen, die sich den oben genannten Schwerpunkten nicht zuordnen lassen, bei der Planung auch berücksichtigt.

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Wir bieten

  • Mehrere parallele Stränge mit Vorträgen zu verschiedenen Themen. Im Anschluss an einen Vortrag bleibt Zeit für Fragen an den Referenten.
  • Workshops für die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema. Übliche Dauer: 3 Stunden, Voranmeldung erforderlich, die Kapazität ist beschränkt. Wir erheben eine Schutzgebühr.
  • Das Einsteigerforum mit Vorträgen, die bekannte Themen aufbereiten und verständlich darbieten sollen. Für Diskussionen und Fragen soll mehr Raum bleiben als bei normalen Vorträgen.